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Nerds - Erst Out dann In

Nerd war eigentlich immer eine abwertende Betitelung für jemandem, der etwas mehr drauf hatte. Auf dem Kasten, nicht auf dem Körper. Es ist die englische Bezeichnung für Streber und Fachidioten. Diese werden noch heute in der Schule ausgegrenzt und schikaniert. Ihre meist überdurchschnittlichen Intelligenzquotienten sorgen dafür, dass sie sich nicht mit den Altersgenossen identifizieren können und mit der Ausgrenzung meist auch zufrieden sind. Besonders oft werden Computerfreaks mit diesem Namen belegt. Durch den fehlenden Umgang mit anderen Menschen haben sie Probleme Mimik und Gestik richtig zu deuten und Ironie und Sarkasmus raus zuhören. Dies macht sie leichter auch zu einer leichten Beute für Schikanen.

Eine Theorie sagt, dass der Ausdruck Nerd auf den Universitäten benutzt wurde, um die Streber zu bezeichnen. Diese lernten lieber, als auf Partys zu trinken und waren somit das genaue Gegenteil der "Normalen". Also nahmen die Studenten das Wort, welches sie am besten beschrieb und lasen es rückwärts. Aus "drunk" wurde "knurd" und die Schreibweise wurde der Aussprache nach verändert. Andere behaupten diese Bezeichnung stamme aus einem Gedicht von Dr. Seuss, der ja für Lautmalerei bekannt war. Eine deutsche Zeitung behauptete das Nerd das Akronym für "non emotionally responding dude" sei, einen Jungen, der emotional nicht ansprechbar sei. Diese Erklärung lässt jedoch die Fantasie vermissen, die Nerds im Überfluss haben. Deswegen sehen es die meisten von ihnen auch nicht als Beleidigung an, wenn sie so betitelt werden. Inzwischen nennt man sich untereinander so, ein kleiner Ritterschlag für die Inselinteressierten.

Nerds besitzen oft Unmengen an Wissen über einem Thema, welches wahrscheinlich weder schulisch noch beruflich jemals bedeutsam sein wird. Die meisten sind Fans von Fantasyfilmen wie Star Wars und Herr der Ringe, lieben Comics wie Superman und Batman und verbringen Ewigkeiten mit Videospielen. Sie können Fakten zu jeder einzelnen Episode geben und jeden Satz der Filme vollenden, wissen dafür aber häufig nicht, wer gerade Fußballweltmeister ist. Man erkennt Nerds häufig auch am Aussehen. Ihre Körperhaltung ist etwas gebeugt, was von dem ständigen Sitzen am PC und vor dem Fernseher kommt, tragen meist auffällige T-SHirts, gerne auch mit Comicprints und haben fast weiße Haut, da sich ihr Leben größtenteils drinnen abspielt. Dass Nerds eine große Brille mit dickem schwarzen Rand tragen ist hingegen ein Irrglaube. Diese Brille sind bei Naturwissenschaftlern und Orchestermusikern wesentlich verbreiteter. Physiker und Chemiker werden auch gern als Nerds bezeichnet, sind dazu jedoch eigentlich zu spießig.

Eigentlich haben wir den Nerds viel zu verdanken. Sie machten es wieder cool T-Shirts mit Zeichentrickhelden zu tragen. Ohne die wäre mein Kleiderschrank heute fast leer. Außerdem entwickelten sich viele Nerds der 90er zu angesehnen und vor allem reichen Männer. Man muss sich zum Beweis dafür nur einmal vorstellen, wie Bill Gates wohl in der Schule aussah. Er selbst gab zu ein Nerd zu sein und wurde bereits damals sicherlich auch so bezeichnet. Doch dann kaufte er sich ein paar alte Rechner und eroberte von seiner Garage aus die PC's auf der ganzen Welt. Die Geschichte von Steve Jobbs ist zwar relativ ähnlich, doch ist er eher ein Geldnerd. Denn seine Produkte sind für Comicsammler und PC-Freunde schwer erschwinglich. Außerdem betrog Jobs seinen ersten Partner bereits um mehr als das zehnfache des eigentlichen Gewinns und das würden echte Nerds ihren Leidensgenossen nicht antun.