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Club Mate, das Nerd-Getränk

Was dem Normalo seine Cola, ist dem Nerd sein Club Mate. Was macht den Kultstatus eines Getränkes aus, über dessen Geschmack es auf der Herstellerseite heißt: "Man gewöhnt sich daran..."? Tatsächlich ist der herbe Geschmack der "Hackerbrause" nicht jedermanns Sache. Vielleicht ist es das Bewusstsein, dass auch Medizin schließlich bitter sein muss, um zu wirken. Man quält es sich rein und erwartet dafür eine angemessene Gegenleistung: Vitalität und Konzentrationsfähigkeit ungeachtet all dessen, was ein durchschnittliches Hackerdasein so mit sich bringt, inklusive Junk Food verkorkstem Tag-Nacht-Rhytmus. Fakt ist, wen der erste Eindruck nicht abschrecken kann, wird schnell süchtig und schwört auf Club Mate als "gesunde" Alternative zum koffeinhaltigen Zuckerwasser.

Was ist es genau und wo kommt es her? Die meisten denken bei Club Mate spontan an einen englischen Begriff. In der Übersetzung englisch deutsch hieße das dann soviel wie "Vereinskollege". Aber weit gefehlt: Club Mate ist urdeutsch und so wird es ausgesprochen. Produziert wird die es im bayrischen Mittelfranken - und das bereits seit 1924, als Club Mate noch "Sekt Bronte" hieß. Die heutige Bezeichnung geht auf Mateteeblätter zurück, von denen immerhin ein Teelöffel pro Flasche enthalten sein soll. In Südamerika ist Matetee seit Jahrtausenden beliebter Energy-Drink und wird von der Mehrheit der Brasilianer bis heute täglich konsumiert. Gewonnen wird der Tee aus den Blättern der Stechpalmenart Yerba, denen seit Urzeiten heilende Kräfte zugeschrieben werden - vielleicht auch ein Teil des Mythos, der das Gebräu umgibt.

Unmittelbar relevanter für durchprogrammierte Nächte mag allerdings der hohe Koffeingehalt von Club Mate sein, der mit 20mg pro 100ml doppelt so hoch wie der von Coca Cola ist. Fans bestehen jedoch darauf, dass Club Mate wesentlich bekömmlicher sei, als Cola oder Kaffee. Eine wissenschaftliche Erklärung unterstützt diese These: Gerbstoffe aus den Mateblättern sorgen dafür, dass der Körper das Koffein langsamer aufnimmt. Verglichen mit gängigen Softdrinks enthält Club Mate dabei nur etwa halb soviel Zucker. Die nerd-charakteristische Bewegungsarmut dürfte diesbezüglich also ohne allzu gravierende Folgen bleiben. Trotz seines gesunden Image bleiben Zucker und Wasser vor Mate allerdings Hauptbestandteile der Flüssignahrung.

Mittlerweile gibt es Club Mate auch in den Varianten "Cola" und "Ice Tea Kraftstoff" (mit nochmals erhöhter Koffeindosis). Praktisch ohne Werbung hat das Getränk der Brauerei Loscher seinen Siegeszug in den 90er Jahren in der Berliner Partyszene angetreten und von dort aus die Herzen der Computerfreaks erobert. Heute gehört es in jeder echten Nerdbude in den Kühlschrank und Club Mate entwickelt sich zum Exportschlager für die internationale Hackerszene.