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Superman - Der Coolste Nerd seid 1935

Er arbeitet als unscheinbarer Reporter in einem Zeitungsverlag in einer Großstadtmetropole. Seine Mitarbeiter schikanieren ihn, und sein Boss beschimpft ihn so oft er nur kann. Privatleben hat das kleine Landei auch nicht, und sein Schwarm Louis Lane ist unsterblich in einen anderen verliebt, was auch nicht verwundert, denn der kleine Reporter kleidet sich in ein filziges Stoffjackett, hat schmierige Herrenschuhe und eine steife Hornbrille, die er sich alle zwei Sekunden wieder auf die Nase schieben muss. Seine Hauptinteressen gelten der Wissenschaft, vor allem Astronomie und Physik, aber auch Kriminalpsychologie. Seine Name lautet Clark Kent.

Ein Klishee also, ein klassischer Nerd. Doch der Augenschein trügt! Denn immer, wenn die Menschen irgendwo auf der Welt in Not sind, verschwindet Kent in irgendeiner Telefonzelle, reißt sich die Kleider vom Leib, und erstrahlt als blaurot-gekleideter SUPERMAN über den Dächern von Metropolis um erneut die Menschheit zu retten. Dabei setzt er eine geradezu übermenschliche Kraft ein, kombinietrt mit messerscharfem Verstand, kann durch Wände schauen und natürlich fliegen. Aber wie kann ein kleiner unwichtiger Nerd wie Kent solche Fähigkeiten besitzen, werden sich viele Fragen. Die Antwort ist ganz einfach: Eigentlich ist er nämlich gar kein Mensch! Anstelle dessen stammt Superman von dem etliche Lichtjahre entfernten Planeten Krypton. Von hier aus wurde er vor vielen Jahren auf die Erde evakuiert, da sich Krypton einer desaströsen Katastrophe gegenüber sah. Nur eine einzige Aufgabe wurde ihm mit, auf den langen Weg gegeben: Gutes zu tun.

Ein echter Held also. Aber wenn er schon von Natur aus so mächtig gewesen ist, wieso verkleidet sich Superman dann als tollpatschiger Nerd?

Die Antwort erfahren wir von Film-Mogul Quentin Tarantino. Dieser lässt David Carradine in seinem Rache-Epos "Kill Bill" einen sehr langen Monolog über die Mythologie von Superman halten. Er erklärt: Wohingegen alle anderen Superhelden erst im Laufe ihres Lebens zu den geheimnisvollen Kräften kamen, mit denen sie die Menschheit beschützen, wurde Superman bereits so geboren. Im fehlte jede Schwäche, so wie er war. Die anderen Helden mussten sich erst noch kostümieren, um als geflügelte Rächer die Verbrecherwelt unsicher machen zu können. Peter Parker verkleidet sich als Spiderman, Bruce Wayne als Batman.

Hier bildet Superman die Ausnahme. Er muss sich nicht verkleiden, um Schurken zu jagen, sondern um unter den Menschen leben zu können. Da die Menschen neben sich nichts dulden, was besser ist als sie, brauchte er ein Kostüm, um nicht entdeckt zu werden. Deswegen sucht er sich einen Alter-Ego, der seiner Meinung nach stellvertretend für alle Menschen steht, da er so am wenigsten heraussticht. Und als was verkleidet sich Superman? Als tollpatschiger Clark Kent, der weder mutig, noch romantisch, noch gut aussehend ist. Dieser Alter-Ego ist Supermans Kritik an der ganzen Menschheit. Für ihn sind wir alle Nerds.

So hat der kleine Clark Kent schon viele große Sachen mitbekommen, schließlich arbeitet er in einer Zeitung, aber selbst bewegt hat er noch nichts. Er ist immer nur Zeuge, aber nie der Handelnde. Eine weitere Kritik an den Menschen: Alles, was der Mensch seiner Meinung nach tun kann, ist zu schauen und abwarten, aber niemals selbst handeln. Sich retten lassen, aber nie selbst retten. Können wir also doch noch etwas lernen von Superman, dem "Man of Steel"?

Sicher ist nur eines: Solange sich Superman auf der Erde noch verkleiden muss, gelten wir alle für ihn als nicht ebenbürdig, sind nicht mehr für ihn, als ein Nerd für einen Footballer. Aber auch der Footballer wurde schon schwer überrascht, vom beruflichen Erfolg vieler Nerds Vielleicht finden wir ja auch noch unsere Superkräfte, vielleicht wird die Menschheit Superman irgendwann ähnlicher sein, als es ihm lieb ist....