Wovon Nerds nur träumen können ...
Nerds sind anders
Einen Nerd erkennt man auf den ersten, spätestens aber auf den zweiten Blick. Ein Nerd geht zum Beispiel nicht wie andere Menschen, sondern er scheint die Einstellparameter seiner Gelenke nach kinematischen Prinzipien zu berechnen und die Position seiner Gliedmaßenim Raum daran zu orientieren. Die Augen und Ohren eines Nerds dienen nicht zum Sehen und Hören, sondern sie funktionieren eher wie Sensoren, bei denen die eingehenden Daten zunächst sorgfältig ausgewertet werden, bevor sie eine Reaktion auslösen. Diese kommt dann für die Mitmenschen meist überraschend, weil die inzwischen schon längst wieder woanders sind. Überraschend sind wegen ihrer emotionalen Originalität dann meistens auch die verbalen Äußerungen eines echten Nerds. Wenn der klassische Nerd auch männlich zu sein scheint: Es gibt auch weibliche Nerds. Die interessieren sich zum Beispiel nicht für die Bikini Trends 2011, sondern für die neuesten Software-Features. Im Übrigen trifft fast alles oben Gesagte aber auch auf die Nerd-Frauen zu, wenn auch oft in abgemilderter Form.
Wovon Nerds nicht träumen wollen
Nicht nur nach außen unterscheiden sich Nerds von anderen Menschen. Denn vor allem sind natürlich die Themen, für die sie sich erwärmen können, ganz andere. Schuhe für Sie und Ihn sind für keinen Nerd auch nur einen Gedanken wert. Und noch nicht einmal das Wetter spielt im Leben eines Nerds eine Rolle. Schließlich ist es ihm ganz gleichgültig, ob er gerade tratschnass wird oder ob er in sengender Sonne mitten auf einem schattenlosen Platz steht - wenn ihm doch eben eingefallen ist, womit er die ewigen Probleme bei der Terminalemulation vielleicht beheben könnte. Ganz klar, dass auch die Wunschträume eines Nerds anders sind. Niemals sehnt sich ein Nerd nach Strand, Sand, Palmen und endlosem blauem Meer - er wittert hier nur Probleme mit dem Akku und dem Netzempfang. Und er fürchtet natürlich all den Sand, der in die Tastatur rieseln könnte. Für einen Nerd gibt es auch kein Traumcabrio, mit dem er durch laue Sommernächte düst. Allzu bedrohlich wären hier die unvermeidliche Betankung, die Beschäftigung mit Schließmechanismen und die vielen anderen möglichen praktischen Probleme. Apropos praktische Probleme: Selbstverständlich hat kein Nerd - ob männlich oder weiblich - wirklich den Wunsch, intime Beziehungen zu einem echten Menschen aus Fleisch und Blut aufzunehmen.
Aber auch Nerds haben Träume
Es wäre natürlich Unsinn, zu behaupten, dass Nerds gar keine offenen oder geheimen Sehnsüchte hätten. Neben dem Standard-Traum von einem neuen Mac gibt es auf alle Fälle eine ganze Reihe von Dingen, die Gegenstand nerdiger Tagträume sein können. Es wäre doch nämlich zum Beispiel eine tolle Sache, wenn es eine neuartige Software gäbe, die Körpermaße im Video ändern kann. Oder wie wäre es damit: Einmal auf dem Titelblatt von der c't sein! Schier unermesslich ist die Zahl der erträumten - aber doch denkbarer - Gadgets, die den Rechner zur ultimativen Daddelkiste machen, falls irgendwann doch einmal das Bedürfnis nach Entspannung aufkommen sollte. Und für das Gefühlsleben: Berührbare Hologramme wären doch eine wirklich erstrebenswerte Sache. Menschen, Tiere, eine ganze Umwelt könnte man sich da erschaffen. Die wären dann auf alle Fälle nach selbst festgelegten Parametern steuerbar und jederzeit flexibel an neue Bedürfnisse anzupassen. Das allerbeste wäre natürlich, dass die holografischen Wesen völlig immateriell wären und wirklich nie, niemals in die Realität entwischen könnten. Mit den entsprechenden Schnittstellen könnte man dann allerdings auch mit anderen Netzwerken und den Hologrammen anderer User kommunizieren und am Ende müsste man dann doch wieder mit echten, organischen Geschöpfen Kontakt aufnehmen, mit allen Problemen, die sicher daraus wieder entstehen würden ...
Denn Nerds haben natürlich auch Alpträume. Darin verirren sie sich im s. Oliver Shop oder sie sollen den Hund des Nachbarn ausführen. Ganz schlimm ist die Vorstellung, sich in der Badehose im Freibad zu zeigen und dann vielleicht sogar ins Wasser gehen zu müssen.